Grenzlandschaften
Das Thema Grenzen hat Österreich in den letzten Monaten in ausreichendem Maß beschäftigt: Grenzkontrolle, Grenzschließung, Grenzzaun, Grenzmanagement, Grenzüberwachung, Grenzüberschreitung, Obergrenze, Außengrenze, Öffnung der Grenze. Während ich den Abbau von Grenzen und darauffolgend ein grenzenloses Europa seit meiner Jugend als selbstverständliche Normalität erlebt habe, komme ich in den letzten Monaten nicht umhin, das Konstrukt Grenze zu hinterfragen. Was ist denn eine Grenze? Wo ist sie? Wie sieht sie aus? Und was ist dahinter? Mit der folgenden Arbeit erforsche ich diese Fragen entlang der österreichischen Staatsgrenzen.
Eine wirkliche oder gedankliche Linie, die zwei Dinge voneinander trennt – eine Grenze ist immer eine Unterscheidung zwischen dem Einen und dem Anderen. Als Staatsgrenze hält sie Gemeinschaften zusammen, schafft Orientierung und Struktur, und macht deutlich, wer wir sind und wo wir uns befinden. Gleichzeitig schränkt sie unsere Bewegungsfreiheit ein, unser Verhalten, unsere Sprache, unser Denken. Sie ist willkürlich, und muss gekennzeichnet sein, um überhaupt als solche erkannt zu werden.
Die nachfolgenden Fotografien zeigen jene Räume, in denen diese Unterscheidung stattfindet, die überschritten, verschoben, und diskutiert werden, und wo Freiheit und Unfreiheit definiert werden.
Elisabeth Mandl, September 2016
Abschlussarbeit im Rahmen der Prager Fotoschule Österreich Fach: Konzeptionelle Fotografie
Thema: Österreich – Einblicke, Ausblicke
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